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Fachmesse für berufliche Teilhabe & Leistungsschau der Werkstätten für behinderte Menschen

1. - 4. April 2020 // Nürnberg, Germany

Werkstätten:Messe Newsroom

Werkstätten:Messe 2019: Mit Poka Yoke zum inklusiven Handarbeitsplatz

Innovation in der Werkstatt: Der Martinshof, eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) in Bremen nutzt einen inklusiven und fehlerfreien Handarbeitsplatz
© Mitsubishi Electric Europe B.V.

Manuelle Handarbeit von Menschen mit Behinderungen trifft moderne Automatisierung – so lautet das Motto des gemeinsamen Projektes von Handke Industrie-Technik und Mitsubishi Electric. Denn Handarbeitsplätze sind zwar flexibel und individuell, aber oft auch anfällig für Fehler. Schnell ist in die falsche Kiste gegriffen oder ein Schritt vergessen. Dies soll sich mit der Lösung der beiden Unternehmen ändern. Denn sie haben sich zusammengetan und einen intelligenten Handarbeitsplatz entwickelt, der eine Null-Fehler-Quote verspricht. Dabei orientierten sich die Entwickler am japanischen Prinzip Poka Yoke, zu Deutsch „unglückliche Fehler vermeiden“. Seit vergangenem Jahr kommt der intelligente Arbeitsplatz auch beim Martinshof, einer Werkstatt für behinderte Menschen in Bremen, zum Einsatz. So können auch Menschen mit Behinderungen komplexe Montageprozesse gemäß neuerster wirtschaftlicher Standards ausführen. Vorgestellt wird die Innovation auf der Werkstätten:Messe 2019, die vom 27. bis 30. März 2019 im Messezentrum Nürnberg stattfindet.

„Wir haben diese automatisierte Lösung gewählt, weil wir vorher Fehlerbilder hatten, die wir vermeiden mussten“, so Miriam Berger, verantwortlich für Arbeitsvorbereitung bei der Werkstatt Bremen, zu der auch der Martinshof gehört. Die Werkstatt ist unter anderem für die Automobilindustrie tätig und montiert Drehstäbe, die als Stabilisatoren in Kraftfahrzeugen dienen. In diesem Bereich arbeitet der Martinshof bereits seit vielen Jahren mit Handke zusammen. Das Unternehmen richtet für die Werkstatt die Handarbeitsplätze ein.

Geführte Bedienung durch den gesamten Montageprozess

Die Elektrik kommt von Mitsubishi Electric, die Mechanik von Handke und zusammen haben sie eine Lösung aus einer Hand entwickelt, die sich individuell und flexibel auf die jeweiligen Bedürfnisse anpassen lässt. Das Besondere an den Handarbeitsplätzen ist der dort integrierte Poka Yoke Controller. Die Montageplätze verfügen über Sensoren, die mit Kameras und Barcode Scannern kombiniert werden und den Bediener aktiv durch den gesamten Produktionsprozess führen. Vorab wird eine Montageabfolge festgelegt. Erst wenn ein Arbeitsschritt korrekt ausgeführt wurde, kann der nächste folgen. Zentrales Element sind dabei die intelligenten Klapptüren. Durch ein Lichtsignal wird dem Beschäftigten angezeigt in welchen Behälter er als nächstes greifen muss. Für diesen Schritt wird ihm dann auch nur auf dieses Behältnis Zugriff gewährt, um Fehlgreifen zu vermeiden. Zusätzlich dazu sind Bildschirme an den Arbeitsplätzen angebracht, die visuell Arbeitsanweisungen geben und anzeigen, wie die einzelnen Prozessschritte auszuführen sind. Am Ende wird eine Qualitätskontrolle vorgenommen, um sicher zu gehen, dass alle Montageschritte richtig befolgt wurden.

Inklusion als Innovationstreiber

Der Einsatz des intelligenten Arbeitsplatzes ist aus dem Bedürfnis heraus entstanden, die Arbeits- und Montageprozesse für Beschäftigte in Werkstätten für behinderte Menschen zu erleichtern. „Das Ziel bei der Implementierung war, dass wir eine große Bandbreite von Mitarbeitern einsetzen können, sowohl mit geistigen als auch mit körperlichen Beeinträchtigungen und Mehrfachbehinderungen. Diese Mitarbeiter sollen alle gemeinsam an diesen Anlagen arbeiten können“, erklärt Miriam Berger.

Damit steckt in dem intelligenten Handarbeitsplatz großes Potential. Dieser ermöglicht auch Menschen mit größerem Hilfebedarf eigenständig Arbeitsprozesse und komplexe Montageschritte auszuführen und ist damit ein wichtiger Schritt in Sachen Inklusion. Zudem können solche Arbeitsangebote in Werkstätten als Vorbild für inklusive Beschäftigungsformen von Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt dienen.

Auf der Werkstätten:Messe wird Inklusion erlebbar gemacht

Auf der Werkstätten:Messe 2019 stellt Handke zusammen mit Mitsubishi Electric ihren intelligenten Handarbeitsplatz einem breiten Publikum vor. An ihrem Stand bauen die Unternehmen den Handarbeitsplatz für die Besucher auf. Diese können dann selbst Hand anlegen und den Montageplatz vor Ort testen. Zusätzlich zum Stand wird Handke auch Teil des neu geschaffenen Innovations:Forums sein. In einem Vortrag wird das Unternehmen aus der Praxis berichten und die Funktionsweise sowie den Einsatz des fehlerfreien Handarbeitsplatzes genauer vorstellen.

Messeneuheit Innovations:Forum

Das Innovations:Forum feiert auf der Werkstätten:Messe 2019 Premiere und steht unter dem Motto „Digitalisierung und ihre Chancen für die Werkstätten“. Hier können sich die Messebesucher bei Vorträgen zu den unterschiedlichen Aspekten der Digitalisierung informieren. Die Präsentationen gewähren Einblicke in Forschung und Entwicklung, zeigen aber ebenfalls konkrete Praxisbeispiele, wie den fehlerfreien Handarbeitsplatz von Handke und Mitsubishi.

Neben den Vorträgen präsentieren verschiedene Aussteller ihre Projekte rund um das Thema Digitalisierung. Hier haben die Messebesucher die Gelegenheit, mehr über die vorgestellten Projekte zu erfahren, interessante Gespräche zu führen und auch die eine oder andere technische Neuerung auszuprobieren. Die Beiträge im Innovations:Forum finden täglich jeweils um 09:30 Uhr, 10:45 Uhr, 12:00 Uhr, 13:15 Uhr, 14:30 Uhr und 15:45 Uhr statt. Mehr dazu finden Sie unter www.werkstaettenmesse.de/de/events

Über die Werkstätten:Messe

Einen Überblick über die Leistungen von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) verschafft die Werkstätten:Messe in Nürnberg. Sie ist die Fachmesse für berufliche Teilhabe und zeigt das Dienstleistungs- und Fertigungs-Knowhow von Werkstätten. Es ist eine einzigartige Plattform: Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wirtschaft, zeigen Werkstätten wie Arbeitsprozesse gestaltet werden können, damit letztlich Inklusion möglich ist - und welche großartigen Produkte dabei entstehen.

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